Art-Challenge

ANSTECKEN

von Thor van Horn

Wir stecken uns an

 

Wenn wir das aktuell hören, gehen alle Alarmknöpfe im Gehirn los.
Ein gutes Beispiel wie sich Bedeutungen in Assoziationsrichtungen verschieben oder mitunter dauerhaft zu anderen Konnotationen führen.

Dieser Begriff wird eigentlich auch in völlig gegensätzlichem Kontext benutzt:
„Sein Lachen war ansteckend.“ „Lass dich anstecken von unserem Teamspirit, unserer Kreativität oder was auch immer ...

Bestimmt ist es für Euch ein schönes Ereignis, dass Ihr Euch endlich wieder einmal analog erleben dürft. Trotz Abstandsregel könnt ihr Euch viel besser mit Euren Gedanken und vor allem mit Euren Gefühlen „anstecken“ als wenn Ihr chattet. Evtl. sehnt Ihr Euch sogar nach "Free Hugs" ;-), die ja leider noch nicht erlaubt sind.

Wir wollen heute mit dem Begriff „Anstecken“ und seiner emotionalen Aufladung spielen und zwar genau im Kontext des sich sich Erleben-Könnens aber noch nicht Berühren-Dürfens. Wir führen heute folgendes Ritual durch:

Ihr stellt Euch im Abstand von eineinhalb Metern im „Kreis“, wenn es der Raum ermöglicht. Jeder von Euch nimmt sich eine Kerze. Eure Zeremonienmeisterin Marion zündet ihre Kerze an und gibt die Flamme ihrer nächsten NachbarIn mit jeweils ausgestrecktem Arm weiter. Diese(r) an ihren/seinen linken Nachbarn u.s.w. bis alle Kerzen brennen.

Nun seid Ihr alle mit dem gleichem Feuer angesteckt und entzündet. Wer will, kann den anderen sagen, was er gerade fühlt und einen Wunsch aussprechen.

Blast Eure Kerzen gleichzeitig aus.