Art-Challenge DIVERSITY

Die Künstlerin Marina Abramovic ist durch Flammen gesprungen, sie hat sich für ihre Kunst Messer in die Finger gerammt, einmal lief sie 2500 Kilometer der Chinesischen Mauer ab. Ihren größten Erfolg aber feierte sie, als sie sich 2010 im New Yorker MoMA auf einen Stuhl setzte und nichts anderes tat, als denen in die Augen zu schauen, die ihr gegenüber Platz nahmen. 90 Tage lang, sechs Tage in der Woche, immer sieben Stunden am Stück. Ohne Pause, ohne zu essen, zu trinken, zu sprechen. Oder auf die Toilette zu gehen. Der Stuhl war für diesen Fall mit einem entsprechenden Loch und einem Auffangbecken versehen.

 

Diese Aktion hat auch in Abwandlungen große Wirkung auf die Beteiligten. Eine der gelungensten Variationen war von Amnesty International initiiert.

Seht Euch zusammen den folgenden Film an.

Vor dem Bildschirm werdet Ihr dieses Erlebnis niemals genauso wie eben gesehen haben können. Die Intensität dieses Momentes ist ohne ihn so direkt erlebt zu haben, schwer nachvollziebar.

 

Deswegen eine Aufgabe, die sich daran anlehnt: Besorgt Euch zunächst ein DIN A4 Blatt und einem Bleistift. Begebt Euch nun je zu zweit in die Breakoutrooms. Setzt Euch so nah wie möglich vor den Bildschirm und seht Euch gegenseitig an.

Jeder zeichnet innerhalb der 10 Minuten ein formatfüllendes Porträt (nur das Gesicht) von seinem Gegenüber und zwar mit seiner NICHT-Schreibhand UND möglichst ohne den Stift abzusetzen, also "mit einem einzigen langem Strich". Es darf nicht gesprochen werden.

 

Nach der Übung: bedankt Euch bei Euren Partnern bevor ihr auseindander geht. Fotografiert das Bild. Postet es an das Conceptboard.

©Thor van Horn